Mitarbeitende brauchen ein verständliches Grundmodell von KI, klare Leitplanken und einige verlässliche Routinen für ihre eigene Arbeit. Eine gute KI-Schulung verbindet diese Grundlagen mit Aufgaben, die zur jeweiligen Rolle passen.

Wenn du eine KI-Schulung für deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planst, stehen deshalb drei Entscheidungen am Anfang: Wer soll was können? Mit welchem Werkzeug wird gearbeitet? Und wann können die Teilnehmenden die neue Fähigkeit in ihrer Arbeit erproben? Daraus entsteht ein Lernweg mit passenden Inhalten, Übungen und Unterstützung.

Welche Grundlagen alle Mitarbeitenden benötigen

Unabhängig von Rolle und Vorerfahrung sollte die Schulung einen gemeinsamen Mindeststand schaffen:

  • Was generative KI leisten kann und wo ihre Grenzen liegen
  • warum Antworten falsch, unvollständig oder verzerrt sein können
  • welche Werkzeuge und Funktionen im Unternehmen freigegeben sind
  • welche Informationen verwendet werden dürfen
  • wie eine verständliche Aufgabe formuliert wird
  • wie Ergebnisse fachlich geprüft und verbessert werden
  • wer bei Unsicherheit entscheidet oder unterstützt

Erkläre diese Grundlagen an nachvollziehbaren Beispielen. Die Teilnehmenden sollten erkennen können, warum eine Antwort überzeugend wirkt und trotzdem falsch sein kann. Das hilft ihnen, Erwartungen einzuordnen und ihr eigenes Urteil einzusetzen.

Warum Rollen unterschiedliche Übungen brauchen

Eine gemeinsame Einführung schafft Orientierung. Die anschließenden Übungen sollten an der Arbeit der Zielgruppe ansetzen. Eine Assistenz bereitet andere Ergebnisse vor als ein Einkaufsteam oder eine Führungskraft.

  • Assistenz: Korrespondenz vorbereiten, Informationen ordnen und Besprechungen nachbereiten.
  • Vertrieb: Kundeninformationen strukturieren, Gespräche vorbereiten und Angebotsentwürfe prüfen.
  • HR und L&D: Lernmaterialien, Stellenprofile oder interne Kommunikation vorbereiten und fachlich überarbeiten.
  • Führung: Entscheidungsoptionen durchdenken, Kommunikation vorbereiten und Regeln für den eigenen Bereich klären.
  • Einkauf: Geeignete Dokumente vergleichen und Kriterien für eine anschließende menschliche Bewertung aufbereiten.

Welche Aufgaben geeignet sind, hängt von Daten, Risiko und Arbeitsumgebung ab. Der Beitrag KI-Use-Cases finden und priorisieren hilft dir, passende Übungsfälle auszuwählen.

Prompting als strukturierte Auftragsklärung

Beim Prompting formulieren Mitarbeitende einen Auftrag für die KI. Dafür müssen sie zunächst ihr eigenes Ziel verstehen. Ein brauchbarer Auftrag benennt die Aufgabe, den relevanten Kontext, geeignetes Material, die gewünschte Form und Qualitätskriterien.

In der Schulung sollte dieser Zusammenhang sichtbar werden. Die Teilnehmenden erstellen einen ersten Auftrag, prüfen die Antwort und ergänzen fehlende Angaben. Dabei lernen sie, welche Informationen das Ergebnis tatsächlich verbessern.

Eine wiederverwendbare Vorlage kann später helfen. Sie sollte deutlich machen, welche Angaben jedes Mal angepasst werden müssen. Für Teams, die mit Microsoft Copilot arbeiten, beschreibt die Copilot-Schulung für Unternehmen diesen Ablauf in der konkreten Arbeitsumgebung.

Datenschutz und betriebliche Regeln in den Übungen anwenden

Leitplanken gehören in die Arbeit mit den Beispielen. Bei jeder Aufgabe prüft die Gruppe: Welche Informationen sind enthalten? Ist das Werkzeug dafür freigegeben? Welche Angaben müssen entfernt werden? Wer darf das Ergebnis sehen und weiterverwenden?

Die KI-Richtlinie im Unternehmen schafft dafür den Rahmen. Vor der Schulung sollten die Teilnehmenden wissen, welche Regeln gelten und an wen sie sich mit offenen Fragen wenden können. Schulung und Richtlinie müssen inhaltlich zusammenpassen.

Ergebnisqualität systematisch prüfen

Ein gutes Ergebnis ist fachlich brauchbar und passt zum vorgesehenen Einsatz. Mitarbeitende brauchen deshalb eine nachvollziehbare Prüfroutine:

  • Fakten, Zahlen und Quellen kontrollieren
  • Vollständigkeit und fehlenden Kontext prüfen
  • Vermutungen von belegten Aussagen unterscheiden
  • Sprache und Zielgruppenbezug überarbeiten
  • mögliche Verzerrungen erkennen
  • entscheiden, ob das Ergebnis verwendet werden kann

Die erforderliche Sorgfalt hängt von der Aufgabe ab. Ein interner Ideenentwurf hat andere Folgen als eine Veröffentlichung oder eine Entscheidung über Menschen. Übe deshalb auch Fälle, in denen ein Ergebnis verworfen oder fachlich eskaliert werden muss.

Wie kann ein passender Lernweg aussehen?

Das folgende Beispiel zeigt einen möglichen Aufbau für eine Unternehmensgruppe. Dauer und Umfang werden nach Vorerfahrung und Lernziel angepasst:

  1. Vorbereitung: Vorerfahrungen, freigegebene Werkzeuge und typische Aufgaben erfassen. Geeignete Übungsunterlagen bereitstellen.
  2. Gemeinsamer Einstieg: Grundlagen und Leitplanken verständlich einordnen. Eine Anwendung samt Ergebnisprüfung gemeinsam betrachten.
  3. Praxisworkshop: Eigene Aufgaben bearbeiten, Aufträge verbessern und eine nutzbare Vorgehensweise festhalten.
  4. Anwendungsphase: Jede Person erprobt die Vorgehensweise an einer vereinbarten Aufgabe und dokumentiert Schwierigkeiten.
  5. Auswertung: Ergebnisse vergleichen, offene Fragen klären und Vorlagen oder Prüfschritte verbessern.

In einem beispielhaften Ablauf können ein 90-minütiger Einstieg, ein zweistündiger Praxisworkshop und eine spätere zweistündige Auswertung verbunden werden. Für andere Ziele sind kürzere, längere oder zusätzliche Einheiten sinnvoll. Die Zeitplanung muss eigenes Arbeiten und Rückfragen ermöglichen.

Wie du den einzelnen Termin vorbereitest und ein passendes Format auswählst, beschreibt der Beitrag KI-Workshop für Unternehmen: Planung und Ablauf.

Ein Beispiel: KI-Schulung für eine Assistenzgruppe

Die Gruppe möchte aus freigegebenen Informationen Entwürfe für interne Kommunikation erstellen. Im ersten Termin klärt sie Auftrag, Zielgruppe und Datenregeln. Anschließend arbeiten die Teilnehmenden an einer realistischen Nachricht und vergleichen die KI-Ausgabe mit den Ausgangsinformationen.

In der Praxisphase erprobt jede Person die Vorlage an einer geeigneten Aufgabe. In der Auswertung werden drei Fragen besprochen: Welche Aussagen mussten korrigiert werden? Wo fehlte Kontext? Wie viel Überarbeitung war bis zu einem brauchbaren Entwurf nötig?

Die Gruppe verbessert ihre Vorlage und legt fest, wie sie Angaben künftig prüft. So wird sichtbar, welche Fähigkeit bereits trägt und wo weitere Unterstützung gebraucht wird. Das Beispiel beschreibt einen möglichen Lernweg, keinen pauschal zu erwartenden Zeitgewinn.

Training, Workshop und Coaching passend einsetzen

Ein Training baut gemeinsame Fähigkeiten auf. Ein Workshop bearbeitet konkrete Aufgaben, Anwendungsfälle oder Teamvereinbarungen. Coaching unterstützt einzelne Personen, Führungskräfte oder Key User bei komplexeren Situationen.

Diese Formate lassen sich verbinden. Für die Schulung zählt, welche Funktion jeder Schritt erfüllt. Im HUMMEL Live-Online-Studio können Gruppen standortübergreifend gemeinsam arbeiten, Ergebnisse betrachten und Vorgehensweisen überarbeiten.

Was den Lerntransfer unterstützt

Plane den nächsten Einsatz bereits vor dem letzten Termin. Jede Person sollte wissen, welche Aufgabe sie erprobt, welche Hilfe verfügbar ist und wann Erfahrungen besprochen werden.

Führungskräfte ermöglichen dafür Zeit und nehmen Fragen auf. Promptgerüste, Prüflisten und kurze Arbeitsanleitungen unterstützen den Einsatz. Hilfreiche Anwendungen können im Team geteilt werden, nachdem Aufgabenbezug, Grenzen und Prüfschritte geklärt sind. Mehr dazu findest du unter Lerntransfer sicherstellen.

Woran du die Wirkung der KI-Schulung erkennst

Prüfe an geeigneten Aufgaben, ob die Teilnehmenden einen verständlichen Auftrag formulieren, zulässige Informationen auswählen und Fehler im Ergebnis erkennen. Betrachte außerdem, wie viel Nacharbeit entsteht und ob die Vorgehensweise in der Praxis genutzt wird.

Eine Zufriedenheitsabfrage liefert zusätzliche Hinweise zum Format. Für die nächste Entscheidung brauchst du auch Arbeitsergebnisse, offene Fragen und Beobachtungen aus der Anwendung. Daraus lässt sich ableiten, ob eine Vertiefung, eine andere Aufgabe oder zusätzliche Unterstützung sinnvoll ist.

Von der einzelnen KI-Schulung zum gemeinsamen Lernweg

Für ein begrenztes Lernziel kann eine einzelne Schulung ausreichen. Wenn mehrere Rollen, Standorte und Arbeitsprozesse verbunden werden sollen, hilft eine Lernarchitektur: gemeinsame Grundlagen, passende Vertiefungen, Führung und Unterstützung greifen ineinander.

Mit KI-Enablement begleitet HUMMEL diesen Aufbau. Du möchtest eine KI-Schulung für deine Mitarbeitenden planen? Im Erstgespräch klären wir Zielgruppen, typische Aufgaben und den passenden nächsten Schritt.

Passende Formate für eure Mitarbeitenden

KI erleben schafft eine erste gemeinsame Orientierung. KI sicher anwenden vertieft Prompting und Ergebnisprüfung. Wenn bereits nützliche Anwendungen vorhanden sind, unterstützt der KI-Jam das Teilen und Übertragen dieser Erfahrungen.